“Egal, weiter?” auf Tour 2022

Wir öffnen den Raum für Fragen rund um soziale und ökologische (Un-)Gerechtigkeiten unserer Zeit. Wie schaffen wir mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und was bedeutet gerecht? Wir suchen in ganz Deutschland nach Antworten, die an unsere alltägliche Lebensrealität andocken.
Menschen mit Kunst

Standpunkte verlassen und nach vorn denken

Soziale und ökologische Ungerechtigkeiten rütteln am gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wie stabilisieren wir angesichts dieser Entwicklung unsere Demokratie und wie schaffen wir perspektivisch eine gerechtere Zukunft? Wie sieht die Welt von morgen aus, in der sich soziale Gerechtigkeit und ökologische Transformation nicht ausschließen, sondern ergänzen? Wir wollen diese großen Fragen nicht im luftleeren Raum, sondern nah an der Lebensrealität unserer Gesellschaft diskutieren. Antworten sollten anschlussfähig an unseren Alltag sein und genau dort verhandelt werden.

Die mobile Bildinstallation “Egal, weiter?” ist Teil eines Beteiligungsprogramms, das Bürger*innen zum politischen Handeln empowert und lokale Akteur*innen zum nachhaltigen Wandel inspiriert. Die Bildinstallation bespielt öffentliche Räume und zieht die Aufmerksamkeit von Passant*innen auf sich. Der Raum will zum Nachdenken und Positionieren anregen, dazu ermutigen, die Perspektive zu wechseln und zum Mitmachen inspirieren.

Der erste Tour-Halt fand bereits im September 2022 statt: Die Bildinstallation im Rahmen des Nachhaltigkeit-Festivals Utopi.KA in Kaufbeuren zu sehen. Im Laufe des nächsten Jahres wird “Egal, weiter?” in weiteren Kommunen zu betrachten sein.

Provokant, aber konstruktiv

Im Zentrum steht der Themenkomplex sozial-ökologischer (Un-)Gerechtigkeit. Was zunächst abstrakt klingt, wollen wir persönlich greifbar machen. Es geht darum, Empathie für andere Lebensrealitäten zu generieren und den Besucher*innen einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Dafür weisen wir provokant auf die sozialen und ökologischen Ungleichheiten und Konsequenzen in unserer Gesellschaft hin. Gleichzeitig ist es unserer Organisation ein Anliegen, einen Raum für Lösungen und Utopien zu schaffen.

Konkret bildet die Bildinstallation fünf Organisationen aus fünf deutschen Kommunen ab und zeigt: Man muss das Rad nicht neu erfinden. Viele bereits existierende Ideen lassen sich von einer auf die andere Kommune übertragen – wenn man Menschen findet, die Ähnliches verändern möchten, kann man im eigenen Umfeld Großes bewirken.

Die Ausstellung ist Teil eines Beteiligungsprogramms im Rahmen unserer Projektreihe Kommunen der Offenen Gesellschaft. Gemeinsam analysieren wir, was für mehr Bürger*innenbeteiligung getan werden kann und welche Themen die Menschen vor Ort beschäftigen. Dabei wollen wir vor allem Perspektiven einbinden, die in der Kommunalpolitik sonst nicht ausreichend repräsentiert sind.

Konkrete Ergebnisse der Tour

Beim ersten Tourstop im September 2022 in Kaufbeuren haben wir die Passant*innen nach ihren Wünschen für ihre Stadt im Jahr 2032 gefragt. Neben einem “barrierefreien Bahnhof” und einer “lebendigeren Stadt”, waren sich viele einig: “Fahrradwege ausbauen und verbessern”.

Aber dabei blieb es nicht: Die Teilnehmenden der Umfrage wurden außerdem ermutigt, den eigenen Handlungsspielraum zu den jeweiligen Wünschen zu erkennen und aufzuschreiben. Was machen also die Menschen in Kaufbeuren bereits heute für ihre Vision der Zukunft? Hier drei anonyme Antworten:

  • “mehr radeln und nicht in der Innenstadt parken”
  • “ökologischeres Konsumverhalten, Unverpackt-Laden nutzen, Fahrrad fahren, in energiesparende Maßnahmen investieren”
  • “Ich fahre Lastenrad mit drei Kindern, engagiere mich in einem Kaufbeurer Kinder- und Jugendverein, kaufe unverpackt”

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