Interims­dokument­ations­zent­rum zum NSU-Komplex 

Ein Begegnungs- und Gedenkraum als weiterer Schritt zur Aufarbeitung rund um den “National­sozialistischen Unter­grund” (NSU).
Vielzahl an Menschen beim Vernetzungstreffen am 18. September in Chemnitz

In Gedenken an

Enver Şimşek 
Abdurrahim Özüdoğru 
Süleyman Taşköprü 
Habil Kiliç 
Mehmet Turgut 
İsmail Yaşar 
Theodoros Boulgarides 
Mehmet Kubaşık 
Halit Yozgat 
Michèle Kiesewetter 

Unser Anliegen: Aufarbeitung und Erinnerung 

Das Interims­dokumentations­zentrums zum NSU-Komplex entsteht im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa 2025 in Chemnitz. Gemeinsam mit unseren Partnern RAA Sachsen e.V. und ASA-FF e.V. schaffen wir einen Begegnungs- und Gedenkraum, der Betroffenen eine Stimme gibt, die Geschichte des NSU kritisch beleuchtet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.  

Das Interims­dokumentations­zentrum dient als eine zentrale Anlaufstelle, um die Erinnerung an die Menschen wach zu halten, die durch die rechtsterroristischen Täter ermordet wurden. Deshalb werden auch Hintergründe, Versäumnisse und den Lehren aus diesen Ereignissen aufgearbeitet. 

Unsere Hauptaufgabe als Initiative Offene Gesellschaft besteht in der Steuerung des Gesamtvorhabens, das gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Partner*innen umgesetzt wird. 

Vernetzungstreffen für das Interimsdokumentationszentrum zum NSU-Komplex am 18. September im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz. © Benjamin Jenak

Die Funktionen des Interims­dokumentations­zentrums

Das Interims­dokumentations­zentrum (IntDZ) bietet eine Assembly, einen barrierearmen Raum der Begegnung und des Austauschs für Betroffene von rechter Gewalt. Hier stehen Selbstorganisation, Empowerment, Vereinsarbeit, Jugendangebote und Beteiligung im Fokus. Die Assembly dient als Ort des stärkenden und mobilisierenden Gedenkens sowie als wichtige Schnittstelle zwischen allen Säulen des IntDZs. 

Der Ausstellungsbereich beherbergt die Ausstellung “Offener Prozess” des ASA-FF e.V., die sich mit den Perspektiven der Angehörigen und ihren Kämpfen auseinandersetzt. Die Exponate erzählen vom Leben, den Kämpfen, dem Tod und der Trauer der Betroffenen. Die Ausstellung berücksichtigt die Ost-Deutsche Realität, insbesondere in Sachsen. Sie erzählt die Geschichte des NSU-Komplexes aus postmigrantischer Sicht und die Kontinuitäten rechter und rassistischer Gewalt. 

Die Assembly und Ausstellungs­räumlichkeiten sollen multifunktional für Bildung, Vermittlung, Kultur- und Diskurs­veranstaltungen genutzt werden. Workshops, Seminare, Vorträge, Panels und Podiumsdiskussionen schaffen eine Plattform für den Dialog und die gesellschaftliche Diskussion. 

Für analytische Forschung und Archivzwecke bieten wir Büro- und Archivräumlichkeiten, in denen umfangreiche Recherchen und Dokumentenauswertungen möglich sind. Das Archiv spielt eine wichtige Rolle bei der Aufbewahrung und Dokumentation von relevanten Materialien zur NSU-Aufarbeitung. 

Flexibilität ist uns wichtig. Deshalb bietet das Zentrum mobile Veranstaltungsorte, um auch außerhalb des Zentrums Aktivitäten durchzuführen und eine breite Zielgruppe zu erreichen. 

Projektdetails

Dieses Vorhaben setzen wir gemeinsam mit unseren Partner*innen RAA Sachsen e.V. und Offener Prozess, einem Projekt des ASA-FF e.V. um.

Das Projekt wird durch das sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung gefördert.