“Egal, weiter?” in Kaufbeuren

Soziale und ökologische Ungerechtigkeiten rütteln am gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wie schaffen wir eine Zukunft, in der wir unsere Gesellschaft gerechter machen und gleichzeitig die Klimakrise abwenden? Die mobile Bildinstallation “Egal, weiter?!” besucht 2022/23 sechs deutsche Kommunen. Den Auftakt machen wir auf der Utopi.KA am 23. und 24. September 2022 in Kaufbeuren.
Bildinstallation sozial ökologische Gerechtigkeit

Mitreden und neue Ideen finden

Im September 2022 gibt es in Kaufbeuren Bildtafeln und Debatten zu erleben: Interessierte können mit der Politik und Wirtschaft auf Augenhöhe sprechen – in einer Diskussion mit dem Titel „Offener Arbeitsmarkt? Debatte zur Fachkräftesicherung”.

Im vergangenen Juli entstanden in öffentlichen Workshops bereits erste Ideen zu diesem Thema. Jetzt geben Verantwortliche aus der Kommune ihre Einschätzung zur Umsetzung. Mit dabei sind der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse, Referatsleitungen und Stadträte sowie Vertreter*innen der Wirtschaft. Das Publikum ist herzlich eingeladen zum Zuhören, Abstimmen und Mitreden! 

Die Debatte findet am 23. September von 17:30 bis 19:00 im Zelt der „Zukunftsinsel Offene Gesellschaft“ auf der Utopi.KA statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Inhalte der Bildtafeln

Die Bildinstallation zeigt fünf Organisationen aus fünf deutschen Kommunen. Mit ihren Ideen und Protesten setzen sich die Bürger*innen für sozial ökologische Gerechtigkeit ein. Die Bildinstallation zeigt: Man muss das Rad nicht neu erfinden. Viele bereits existierende Ideen lassen sich von einer auf die andere Kommune übertragen – wenn man Menschen findet, die ähnliches verändern möchten, kann man im eigenen Umfeld Großes bewirken.

Dabei ist klar: Die fünf dargestellten Initiativen und Themenbereiche sind nicht die einzigen, die es im jeweiligen Feld gibt.

fossil free initiative

Energiewende: Fossil Free Berlin

Wer finanziert die Klimakrise? Fossile Energiekonzerne tragen stark zum Klima­wandel bei. Dafür brauchen sie sehr viel Geld. Das bekommen sie nicht nur von Banken. Sondern auch von Kommunen, die ihre Aktien kaufen. Und deine Kommune? Fossil Free Berlin ruft alle Investor*innen zum „Divestment“ auf – das bedeutet, Geld aus Kohle, Öl und Gas abzuziehen. Mit krea­tivem Protest im Netz und auf der Straße wollen sie erreichen, dass diese Industrie ihre Akzeptanz in der Gesellschaft verliert.

fahrradkino chemnitz

Kultur: Fahrradkino e.V.

Überall geht es um die Energiekrise. Aber wieviel Energie brauchst du eigentlich? Beim Fahrradkino kannst du es in den Waden fühlen: das Publikum erzeugt den Strom für eine öffentliche Filmvorführung gemeinsam selbst. Indem sie auf bis zu acht Fahrradstationen in die Pedale treten, beleben sie unentdeckte Orte in ihrer Stadt.

ernährungsrat initiative dresden

Ernährung: Kitchen Talks der Ufer-Projekte Dresden e.V./Ernährungsrat Dresden

Deutsche Mangos? Alle sagen Ernährung soll regionaler, lokaler, fairer, gesünder und nachhaltiger sein. Aber das ist ziemlich schwer und nicht immer möglich. Deutsche Mangos wird es wahrscheinlich nicht geben, aber in den Kitchen Talks bringt der Ernährungsrat Dresden Leute zusammen, die bereits jetzt Lebensmittel lokal erzeugen, verarbeiten, anbieten und zubereiten.

repair café recycling

Upcycling/Recycling: Repair Café im Mehrgenerationenhaus Kaufbeuren e.V.

Ist das nicht billiger bei Amazon? Neu kaufen ist oft günstiger als reparieren. Trotzdem setzt sich das Repair Café für einen wertschätzenden Umgang mit Alltagsgegenständen ein. Einmal im Monat steht das Expert*innen-Team mit Rat und Tat zur Seite. Wie gut es sich anfühlt, den alten Rasenmäher selbst wieder zum Laufen zu bringen, weiß man nur, wenn man vorbeischaut.

ecovillage hannover

Wohnen: Ecovillage Hannover eG.

Eine Wohnung, die viel kostet, nicht zu den Bedürfnissen der Bewohner*in passt und dazu noch schlecht isoliert ist? Das kennen in Großstädten viele. Die Genossenschaft ecovillage hannover hat sich zum Ziel gemacht, das in einem Modellprojekt zu ändern: Mit ca. 500 Wohnungen und auf rund 5 Hektar Land soll das zukünftige Stadtquartier nach den Wünschen der Bewohner*innen entstehen. Die Bauweise ist dabei ökologisch, die Mieten bleiben bezahlbar und vielfältige Räume für die Gemeinschaft werden mitgedacht.

Organisationen in Kaufbeuren

Nach Organisationen Ausschau zu halten, die sich in Kaufbeuren mit Themen rund um sozial-ökologische (Un-)gerechtigkeiten auseinander setzen, lohnt sich. Das in der Bildinstallation vorgestellte Repair Café ist nur eine von vielen. Es gibt weitere Organisationen, die Anstöße für Veränderungen liefern. Wenn du dich in Kaufbeuren für sozial-ökologische Themen engagierst und in der Liste nicht vorkommst, kannst du dich unter freunde@offenegesellschaft.org melden. Wir fügen dich gerne hinzu.